Unser Ziel: Medaille Nr.70

Veröffentlicht auf von Hubert Kehrer

Thomas und Renata beim Lauftraining auf der Donauinsel
Thomas und Renata beim Lauftraining auf der Donauinsel

Morgen wird im Zentrum von Krakau die Europameisterschaft der Transplantierten & Dialysepatienten feierlich eröffnet. Österreich ist mit 10 Aktiven in Polen dabei. Die Koffer sind schon gepackt. Die Reise nach Krakau steht unmittelbar bevor. Die Vorfreude auf die kommende Woche ist sehr groß. Alle freuen sich, dass es endlich los geht. Die Zeit der Vorbereitung ist abgeschlossen.

Wieder mit dabei ist die Trauner Behindertensportlerin Renata Hönisch. Sie ist seit vielen Jahren eine fixe Größe des Österreichischen Transplant-Teams und immer für eine Medaille oder Top-Platzierung gut. In Krakau ist sie gemeinsam mit ihrem Lebensretter und Bruder Thomas bei den Leichtathletik Bewerben am Start.

Die Vorbereitung auf dieses Großereignis ist aus verschiedenen Gründen nicht so gut verlaufen. Aber mit professioneller Hilfe hat sie versucht, sich vor allem auf die Technischen Bewerbe vorzubereiten. Wertvolle Tipps hat sie vom mehrfachen Welt- und Europameister (Masters) Franz Ratzer (Union Neuhofen/Kr.) bekommen. 1x pro Woche stand ein Spezial-Training mit ihm auf dem Programm. Eine weitere Trainingsstätte war die Donauinsel in Wien, wo sie gemeinsam mit ihrem Bruder Thomas mit gezieltem Lauftraining ihre Ausdauer verbessert hat. Im Trauner Stadion und im „Fitness-Studio Impulse“ war die Oberösterreicherin Stammgast während der Vorbereitungszeit und hatte dort optimale Bedingungen. „Obwohl meine Vorbereitung nicht ganz optimal war, fahren mein Bruder Thomas und ich nach Krakau und sind sehr optimistisch, dass unser Traum in Erfüllung geht. Wir wollen gemeinsam Medaille Nr. 70 bei internationalen Bewerben wie Paralympics, Welt- und Europameisterschaften feiern“, ist die Traunerin zuversichtlich.

Um Kosten zu sparen fahren sie aber erst nächsten Mittwoch, einen Tag vor den Leichtathletik-Bewerben der EM nach Krakau. Der Grund: Österreichs Aktive müssen die Kosten der Vorbereitung, die Reisekosten und die Kosten für die Teilnahme zum Großteil selbst bezahlen, da der Verband leider nicht die finanziellen Mittel zur Verfügung hat, um diese Kosten zur Gänze zu übernehmen. Der Österr. Sportverband der Transplantierten (ATSF) stellt lediglich die Ausrüstung zur Verfügung. Auf Grund der wirtschaftlichen Lage ist es momentan sehr schwierig, Sponsoren zu finden. Renata Hönisch ist aufgrund Ihrer Sehbehinderung auf einen Guide angewiesen. Für ihn muss sie ebenfalls den Großteil der Kosten übernehmen. In ihrem Fall muss sich ihr Bruder auch noch Urlaub nehmen.

Renata Hönisch ist mit Sicherheit nicht nur wegen ihrer großartigen Erfolge in der Vergangenheit, sondern auch was die Einstellung betrifft, ein großes Vorbild für alle Sportlerinnen und Sportler in unserem Land und vor allem für Menschen mit einem ähnlichen Schicksal.

Renata Hönisch
Wohnort: Traun (Oberösterreich)
Alter: 55
Sternzeichen: Steinbock
Handycap: Starke Sehbehinderung (rechtes Auge blind, linkes Auge nur 3% Sehleistung) 2001 - An Leukämie erkrankt
2002 - erfolgreiche Knochenmarktransplantation; Spender: ihr Bruder Thomas, mit dem sie in Krakau startet.
Geschwister: 1 Bruder, 1 Schwester
Verein: ASK Nettingsdorf, Naturfreunde Traun
Sportarten: Ausdauersportarten wie Langlaufen (Winter), Laufen (Sommer)
In Krakau am Start: 3km Gehen, 800m, 1.500 m, Diskus, Speerwurf
Auszug aus ihrer Erfolgsbilanz
Teilnahme an 9 Paralympics (6x Winter, 3x Winter)
Teilnahme an 10 Welt- und 13 Europameisterschaften
Ihre Medaillen – Bilanz: 69 Medaillen (25x Gold, 23x Silber, 21x Bronze)

Dazu kommen noch zahlreich nationale und internationale Erfolge.

Veröffentlicht in Team Austria

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